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Wildtiere als Haustiere - noch immer aktuell PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Vicky   
Fri, 25.11.2005

Schreiben vom 30. Oktober 2005 von Linda Watanabe McFerrin

Freie Uebersetzung und erhebt somit keine direkte Uebereinstimmung der Saetze.

Exotische Raritaeten

Moeglicherweise wollten sie schon immer einen blau geringelten Oktopus. Ein ungewoehnliches Meeresgeschoepf ungefaehr 15 cm lang, welches sich in Muscheln versteckt. Er ist fuer sie eine willkommene Bereicherung, sozusagen das perfekte Haustier - abgesehen von einer winzigen Kleinigkeit - dass es toedlich ist.

Oder moeglicherweise moegen Sie Degus, jene bezaubernden kleinen Nagetiere und die entschlossenen Budler, die in Staubbaeder vernarrt und zu Zuckererkrankungen neigen.


Wie w�re es mit Raubv�geln, Spinnen, Chinchillas oder einer burmesichen Python? Es spielt keine Rolle ob es sich nun um einen Bengaltiger, eine Bartagame, ein Minischwein oder ein anderes exotisches Tier handelt.

Belanglos ist auch, ob es sich nun um einen Wildfang, eine Gefangenschaftszucht oder ein handaufgezogenes Wildtier handelt.

Tiere, die keine traditionellen Haustiere sind oder nicht in die Definition der landesueblichen Haustiere passen, leben mittlerweile bei Millionen von Amerikanern. Inzwischen ist ihre Zahl nach neuesten Erhebungen auf 18,2 Million angewachsen. Dies ist eine Zunahme von 1,4 Millionen seit 2002, die vermuten laesst, dass ein guter Teil dieses Handels illegal ist. Um Haltungsgenehmigungen oder oertliche Bestimmungen kuemmern sich einige Besitzer ungewoehnlicher Haustiere nicht im Mindesten.

Leider sind oft wenige Eigentuemer exotischer Tiere Experten auf ihrem Fachgebiet. Meist ist der Erwerb eines exotischen Haustieres nicht das Resultat eines ueberlegten Kaufs. Viel haufiger sind diese Exoten das Resultat eines Impulsivkaufs. "Der neue Eigentuemer erwirbt die Tiere wegen Ihrer Ausgefallenheit oder Seltenheit"; sagt Mikrophon Murray, Tierarzt des Monterey Aquariums und Fachmann in der exotischen Veterinaeraufsichtsbehoerde seit 1989. Sie werden auch als Statussymbol gekauft. Trendy, reizvoll und die Aufmerksamkeit, die sie auf sich ziehen, sind irgendwie symbolisch. Wie Hauser, Autos und Kleidung denn fuer viele dient, dient das "besondere", Haustier als persoenliche Art der Selbstdarstellung.

Unabhaengig von den Anschaffungsgruenden stellen sie einen grossen Wirtschaftsfaktor dar. Der Handel mit seltenen und exotischen Tieren ist eine weltweite Unternehmung die sich in Groessenbereichen von 10 - 20 Milliarden US$ jaehrlich bewegt. Geschmuggelt, erlaubter weise gefangen oder im Hinterhof gezuechtet und durch ein Netzwerk von Regelungen und Handelsbeschraenkungen gebracht, die das Geschaefts weltweit regeln, koennen sie in Auktion, Zoogeschaeften oder online gekauft werden. Sie sind, so sagen einige, noch leichter zu verkaufen, als ein Bestseller-Buch.

Ein Jungtier eines Schneeleoparden bekommt man im Internet fuer 2.000 US$, einen Kamel fuer 5.500 US$, ein Zebra fuer $3.500 US$ ein rotes Riesenkaenguru fuer 1.500 US$ und einem Ozelot zum Schnaeppchenpreis von 100 US$.

Wenn sie suchen, dann finden sie Anzeigen im Internet, die jedem Naturwissenschaftler die Haare zu Berge stehen lassen.

"Suche Puma oder andere grosse Katze - Bevorzugt ein bereits erzogenes Tier, ohne Krallen";

"Suche Ringelschwanzlemur, der brav an der Leine geht, freundlich zu Menschen und den meisten Kindern ist, mit stumpfen Zaehnen"

Wenn man sich die Gedankenlosigkeit vieler Neubesitzer vor Augen fuehrt, so ueberrascht deren Entdeckung nicht, dass sie viel mehr erhalten haben, als sie sich gewuenscht haben. Selbst wenn es sich um ein bekanntes Haustier handelt.

Da ist beispielsweise die afrikanische Schildkroete, die Sie z.B. fuer Ihre Tochter kauften koennen und die gerade einmal die Groesse eines 50 Cent Stueckes hat.

Faengt sie nun an zu wachsen, so kann sie ueber 100 Jahre alt und gut 80 kg schwer werden.

Der gesellige dunkelrote Ara wird Sie 70 bis 80 weitere Jahre ihres Lebens begleiten. Und wenn sie sich gut um den netten kleinen gruenen Leguan kuemmern, den ihr Sohn in seinem Kinderzimmer hat, wird er sich zu einem riesigen Tier mit ueber einem Meter Gesamtlaenge entwickeln.

"Wir werden bombadiert mit Anrufen von den Leuten, die sich nicht mehr um ihre exotischen Haustieren kuemmern koennen" sagt Joe Fitting, Direktor am San Francisco Zoo, wo er seit 25 Jahren beschaeftigt ist.

Der Warenbestand der wilden Tiere, die er fuer Zoomobile, Theaterdarstellungen und VIP-Touren benutzt, schliesst die ueblichen Arten mit ein: Psittacines (Papageien, Aras und ihre Verwandten), Reptilien, Raubtiere und Nagetiere.

Er hat ueberhaupt nicht die Moeglichkeit, all die Tiere unterzubringen, die ihm immer wieder angeboten werden. Damit steht er aber nicht alleine - Zoos im ganzen Land beschweren sich ueber die Flut des unerwuenschten Exoten. Immer wieder ermahnt er die Leute sich wirklich genau ueber die Haltungsbedingungen eines neuen moeglichen Haustiers zu erkundigen, bevor sie es erwerben. Er draengt Interessenten, darueber nachzudenken, ob sie den Platz, den finanziellen Spielraum und die Zeit haben, das neue Familienmitglied artgerecht unterzubringen.

Uerberlegen sie es sich ganz genau, ob sie wirklich die Boa Constrictor wuenschen oder das Lama und ob sie bereit sind, die Verpflichtung fuer Versorgung des Haustieres in der gesamten Lebenszeit des Haustieres zu uebernehmen, bevor sie es zu sich nach Hause holen. Finden Sie heraus, ob die Haltung ueberhaupt erlaubt ist. Die Boa Constrictors z.B. sind zwar in Oakland erlaubt, jedoch in San Francisco ist die Haltung verboten.

"Reptilien koennen wirklich problematisch werden. Sie benoetigen sehr spezielle Nahrung und grosse Terrarien; werden andererseits aber auch oftmals sehr gro� und haben eine sehr lange Lebensspanne", sagt Fitting. "Ebenso verhaelt es sich mit den Papageienarten",

Aber auch Tiere, die im ersten Augenblick weit weniger problematisch erscheinen - Kaninchen zum Beispiel - nagen und graben und koennen sehr bissig sein, wenn sie erschreckt werden. "Wir erhalten eine Menge Anrufe von den Leuten, die Kaninchen um Osternzeit gekauft haben. Das Kaninchen entpuppt sich als Zerstoerer. Es nagt sich durch Moebel, graebt den Garten um, tritt mit seinen muskuloesen Hinterbeinen zu und zerkratzt die Arme der Kinder." Private Halter sind aber nicht die Einzigen, die Probleme mit exotischen Haustieren haben. " Manchmal haben auch die echten Experten Probleme mit diesen Tieren", sagt Tom Lang, Direktor des gemeinnuetzigen Aquarius Aquariuminstituts in Fresno. Mr.Lang wurde einmal gebeten, sich um einen Schwarzspitzenhai zu kuemmern, der in einem Zoogesch�ft zum Verkauf angeboten wurde. Die Brustflossen des 1m langen Haifischs waren entzuendet, und er hatte offene Wunden, die bluteten und vom dauernden Anstossen an den Waenden seines runden Aquariums kamen.

Mr.Lang transportierte den Haifisch mit der Zustimmung des Inhabers von dem Zoogeschaeft zu einem Haendler in Los Angeles um ihn in eine Seewasserzoo weiterzuverkaufen. Aber Mr.Lang warnt, dass ein neues Heim fuer ein ungewoehnliches Haustier zu finden -- sogar fuer ein Gesundes -- nicht einfach ist. "Nicht jeder wird Ihre grossen Fische haben wollen" sagt er. " Diese Tiere sind haufig in schlechter Verfassung" sagt Fitting.

Tierparks, wie z.B. Zoos, haben rigorose Quarantaenebestimmungen und Anforderungen. Die meisten Tiere in den Zoos werden sorgfaeltig ausgewaehlt und untersucht. Einige kommen mit gut dokumentierten Stammbauumen. Viele exotische Haustiere enden als traurige Wegwerfartikel. Als Ergebnis eines unueberlegten Kaufs, werden sie herum gereicht = von Halter zu Halter, von Liebhaber zu Liebhaber weiterverkauft und schliesslich getoetet oder enden als so genannter "Abfall / Jagdtrophaee" auf irgendeiner exotischen Jagdranch. Einige haben das Glueck zu einem verstaendnisvollen Halter oder in ein Tierschutzgehege zu kommen - aber leider nicht alle. Die Ausfaelle sind leider viel zu hoch.

Nehmen sie die Papageien zum Beispiel: Mehr als 150.000 Papageien werden jedes Jahr illegal ueber die mexikanische Grenze und in die Vereinigten Staaten geschmuggelt und reduzieren so die wild lebenden Populationen. Der Markt wird mit langlebigem, extrem sozialen und intelligenten Voegel ueberschwemmt, deren anspruchsvolle Pflege nur ein sehr begrenzten Teil der spaeteren Besitzer wirklich gerecht werden kann.

Unerwuenscht, missbraucht, verlassen und geistig und koerperlich geschaedigt, finden sie den Weg in Auffangstationen und zu tierliebenden Menschen, die sich den armen Kreaturen annehmen, waehrend mehr und mehr Voegel auf den Markt zum Verkauf geworfen werden. Die Gesetze, die den Handel und Besitz der exotischen Tiere regeln, sind laecherlich und viel zu schwach. Dreizehn Staaten in den USA haben ueberhaupt keine Gesetze, die Haltung oder Handel mit exotischen Tieren einschraenken. Von denen, die Gesetze haben zaehlen die des Staates Kaliforniens zu den strengsten.

Wie Steve Martarano betont, Sprecher der Fischerei- und Jagdbehoerde Kaliforniens, ist der Zweck der Gesetzesregelungen die einheimischen kalifornischen Wildtiere zu schuetzen und die Wildnis fuer seinen oekologischen Wert und den Gebrauch und den Umgang der Buerger in Bezug auf Natur und Jagd zu regulieren. Organisationen wie das Sacramentos Tierschutzinstitut, moechten andererseits die Zucht exotischer Tiere fuer den Handel, den Verkauf und auch die Haltung unterbinden. Nach Ansicht des Instituts, so meint Nicole Paquette, Direktor der Regierungsbehoerde, sollten Tiere nicht als Eigentum gelten koennen = eine Position, die vielen zu extrem ist.

"Wir versuchen uns auf gefaehrliche Tiere zu konzentrieren, die Gesundheitsrisiken verursachen und Tiere, die in Freiheit und nicht in der Gefangenschaft sein sollten" sagt sie. Das Institut strengte vor kurzem einen Prozess gegen die Jagd- und Fischereibehoerde an, da diese den Handel und die Unterbringung geschuetzter Arten nicht ausreichend kontrolliert.

An 08.September, wurde das Gesetz Nr.: AB 820 verabschiedet, welches einige bestehende Regelung verschaerft und einige Schlupfloecher in bestehenden Gesetzesregelungen verschliesst und strengere Strafen fuer Zuwiderhandlung vorschreibt. Die Lobby der Exotenhalter argumentiert, dass strengere Gesetzgebung fuer eine Zunahme der illegalen Haltung sorgen wird. Sie argumentieren, dass in einer Welt, in der die Lebensraume der wilden Tiere weiter zusammen schrumpfen das Ueberleben der Arten in ihrer erfolgreichen Integration in die Gemeinschaft des Menschen liegt.

Fitting empfiehlt einen praktischen und sofortigen Kompromiss. Allein in San Francisco, werden tausende Hunde und Katzen jedes Jahr ausgesetzt, weil ihre Eigentuemer sich nicht klargemacht haben, wie viel Arbeit es bedeutet, wenn man sie als Haustier hat.

Fitting raet Ihnen ihren Kindern zu Beginn ein kleines, kurzlebiges Tier pflegen zu lassen, dessen Ansprueche leicht zu erfuellen sind, welches aber dennoch Aufmerksamkeit fordert . "Eine Ratte eignet sich beispielsweise hervorragend" sagt Joe. Er spricht ueber Norvegicus rattus, eine in Gefangenschaft gezuechtete Laborratte. "Sie sind intelligent und sehr leicht zu zaehmen. Fuer Kinder sind sie relativ grosse Haustiere."

Autorin: Dichterin, Reisejournalistin und Schriftsellerin Linda Watanabe McFerrin (www.lwmcferrin.com) die kuerzlich einen Artikel fuer ein Magazin ueber Shanghai veroeffentlicht hat, ist ein Mitglied der Left Coast Writers™ (www.leftcoastwriters.com).

Quelle: http://www.sfgate.com

Letztes Update ( Tue, 21.08.2007 )
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